WIE PFLEGE ICH BONSAI

 

Wenn Sie zum ersten Mal auf dieser Webseite sind oder nur auf der Suche nach einem schönen Geschenk, erschrecken Sie bitte nicht über die Vielzahl der hier angesprochenen Themen. Wir lassen Sie damit nicht ganz allein. Wenn Sie bei uns einen Bonsai kaufen und unsicher über die Pflege des kleinen Baumes, bekommen Sie von uns eine ganz auf diesen Bonsai zugeschnittene Pflegeanleitung für fast jede Baumart.

Die hier aufgeführten Kriterien zeigen Ihnen aber schon jetzt, dass ein Bonsai kein „Deko-Artikel“ ist, sondern ein sensibles Lebewesen, das sich in Ihrer Obhut wohl fühlen soll.

HERKUNFT

Wir fragen am Anfang, ob Sie einen Baum für drinnen (Indoor) oder draußen (Outdoor) haben möchten. Die Bonsai für drinnen stammen meist aus subtropischen Gegenden unserer Erde. Sie brauchen daher im Winter einen hellen und oft auch warmen Ort, der aber genügend Luftfeuchtigkeit haben muss.
Die meisten spektakulär aussehenden Bonsai sind Bäume aus den gemäßigten Klimaten, so wie in Nord- und Mitteleuropa oder in Japan. Diese Bäume bleiben auch im Winter draußen, es sind definitiv keine Bäume fürs Zimmer. Allerdings gibt es hier auch große Unterschiede in der Empfindlichkeit. Wir klären mit Ihnen, was bei Ihnen am besten wachsen und gedeihen kann.

STANDORT

Unsere nächste Frage zielt meist auf den Ort, an dem Ihr Bonsai in Zukunft wachsen kann. Denn genau so vielfältig wie die Bäume sind auch ihre Standortansprüche. Nadelbäume wollen es meist sehr sonnig, viele Laubbäume lieben dagegen eher halbschattige Standorte.

GIEßEN

Ein Bonsai darf nie völlig austrocknen, weil sonst die feinen Wurzeln absterben würden. Wie wird richtig gegossen, wann, welche Unterschiede gibt es in den verschiedenen Jahreszeiten? Hier helfen zum einen unsere Pflegeanleitungen aber auch die monatlichen Tipps, die Sie auf unserer Webseite finden. Es gibt die Legende, dass Bonsai-Schüler in Japan im ihrem ersten Lehrjahr nichts anderes lernen als das richtige Gießen. Ganz so kompliziert ist es nicht, aber schon ein einziges heißes und trockenes Sommerwochenende ohne Gießen kann den Tod für Ihren Bonsai bedeuten. Wenn Sie verreisen wollen, und niemanden zum Pflegen Ihres Bonsai finden, bringen Sie ihn zu uns in die Urlaubspflege.

SCHNEIDEN

Um die typische Wuchsform eines Bonsais zu erreichen und zu erhalten, müssen Äste, Zweige, Triebe und Wurzeln immer wieder zurückgeschnitten werden. Auch hier gibt es kein allgemein gültiges Konzept. Jede Baumart hat ihre Eigenarten. Daher macht es Sinn, Ihren Baum zu uns zum Schneiden zu bringen, wenn Sie unsicher sind oder noch am Anfang ihrer Bonsai-Liebe.

DRAHTEN

Eine weitere Methode, um auf die Gestalt eines Baumes einzuwirken, ist das Drahten. Wenn Sie jetzt einwenden, dass dies ja den Baum quälen könnte, denken Sie mal an die Anwendung von Zahnspangen bei jungen Menschen. Das ist zwar eine Weile lästig, wird aber mit einem strahlenden und gutaussehenden Gebiss belohnt. So ähnlich ist es bei Bonsai: es werden nur die Bäume gedrahtet, von denen wir wissen, dass es ihnen nicht weh tut. Und sie sehen hinterher wirklich erheblich besser aus. Man muss allerdings sehr aufpassen, dass der Draht nicht einwächst, denn laut klagen tun unsere Bäume nicht, die verlassen sich auf uns!

DÜNGEN

Obwohl die Bäumchen langsam wachsen sollen, müssen sie dennoch regelmäßig gedüngt werden. Auch das ist in den einzelnen Jahreszeiten unterschiedlich und richtet sich sowohl nach den Wachstumsphasen als auch nach der Häufigkeit des Gießens. Denn beim Gießen waschen wir ja immer auch ein wenig vom Dünger aus dem Substrat. Auch beim Düngen gibt es Unterschiede, ob man Flüssigdünger oder Düngegranulat nimmt, nur den Boden düngt oder eine Blattdüngung vornimmt. Genauere Angaben zu den natürlich auch hier wieder sehr unterschiedlichen Ansprüchen der Bäume bekommen Sie von uns und auch wieder im aktuellen Monatstipp.

UMTOPFEN

Bonsai treiben im Frühjahr aus, die Zweige und Äste werden dicker, alles wächst, auch die Wurzeln. Doch in der Schale bekommen sie keinen weiteren Platz. Und irgendwann wird es zu eng. Spätestens dann ist es Zeit zum Umtopfen. Bei jungen Bäumen, die noch wachsen sollen, ist das in der Regel etwa alle zwei bis drei Jahre fällig, bei älteren, weitgehend ausgewachsenen etwa alle fünf Jahre.

Aber es kann auch noch einen anderen Grund fürs Umtopfen geben: wenn das Substrat, in dem die Bäume stehen, zu hart geworden ist, kaum noch Wasser aufnimmt oder ausgelaugt ist, kann auch dies ein Umtopfen erfordern.

Wir verwenden übrigens keine „Bonsai-Erde“, die eine und richtige Bonsai-Erde gibt es sowieso nicht. Da Bonsai aus höchst unterschiedlichen Lebensräumen kommen, benötigen sie auch jeweils spezielle Erde. Wir sagen dazu „Substrate“. Und wir mixen diese jeweils für die speziellen Anforderungen. So können wir z.B. für sehr eifrig gießende Bonsaifreunde das Substrat durchlässiger einstellen, damit die Bäumchen nicht ertrinken, für nicht so zuverlässig Gießende kann auch mehr Speichervolumen ins Substrat eingebaut werden.

GESTALTEN

Im Kapitel „Bonsai-Gestaltung“ finden Sie hierzu ausführlichere Informationen. Welche Gestaltungs-Stile es gibt, finden Sie unter “Bonsai-Stile“.

ÜBERWINTERN

Die unterschiedlichen Heimat-Lebensräume der Bonsai bestimmen auch die Art der Überwinterung. Indoors werden meist hell und warm im Zimmer überwintern, die Outdoors bleiben, gut geschützt, draußen auf dem Balkon oder im Garten. Gut geschützt heißt, dass die Schalen mit einer isolierenden Laubschicht oder ähnlichem abgedeckt sind, die Bonsai an einem windgeschützten, aber offenen Ort überwintern können. Im Allgemeinen sind dann Temperaturen bis -10°C kein Problem. Näheres in unseren Monats-Tipps.

KRANKHEITSVORSORGE

Der beste Schutz gegen Krankheiten ist eine sorgfältige Pflege und eine regelmäßige Kontrolle der Pflanzen. Bei jedem Gießen sollte man sich sein Bäumchen schon auf verdächtige Änderungen hin anschauen. Schädlinge haben oft ein beeindruckendes Tarn-Konzept entwickelt. Da muss man schon genauer hinschauen, um nicht plötzlich von gravierenden Schäden überrascht zu werden. Eine gute Pflanzenpflege mit regelmäßigem Düngen stärkt unsere Bonsai generell, dennoch ist auch der Überlebenswille der Schädlinge groß. Um unsere Pflanzenschätze zu erhalten bleibt oft nichts anderes übrig, als mit biologischen oder chemischen Pflanzenschutzmitteln aus dem Fachhandel einzugreifen. Bei für Sie unklarem Verdacht vereinbaren Sie gern einen Termin bei uns und bringen uns den vermeintlichen Patienten zur Diagnose und Therapie-Empfehlung. Gerne auch einmal zu früh als zu spät, gravierende Schäden brauchen lange Zeit, um auszuheilen. Kommen Sie sicherheitshalber lieber einmal zu oft, das ist besser, als hinterher lange am Baum herumzudoktoren.