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Bonsai ist Philosophie

Um Bonsai zu verstehen, muss man nicht unbedingt tief in die Philosophie japanischer Denkweise einsteigen. Man kann sich Bonsai auch rein über das Gefühl nähern: Es kann sehr befriedigend sein, einfach etwas Schönes zu betrachten und zu genießen. Das gilt im Übrigen auch für die Suiseki, die Betrachtungssteine.



Torii im Itsukushima-Schrein in Japan

Aber vielleicht wird bei intensiverer Beschäftigung mit den kleinen Bäumen doch das Interesse daran geweckt, mehr über Hintergründe zu erfahren. Die Faszination, die von diesen lebenden Kunstwerken ausgeht, reizt viele Menschen auch in Europa, sich intensiver mit dem Thema zu beschäftigen. Es gibt eine Menge Literatur darüber, die unmöglich erschöpfend behandelt werden kann:


Bonsai sind erst zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts nach Europa gelangt und wurden erst nach dem zweiten Weltkrieg auch in Deutschland allmählich bekannt. Daher ist es verständlich, dass zunächst von europäischen Bonsai-Gestaltern versucht wurde, ausschließlich die bekannten und ausgereiften fernöstlichen Bonsaistile zu übernehmen.


Doch ist hier ein Wandel zu erkennen: Die Europäer setzen sich immer deutlicher mit dem Einfluss ihrer eigenen Kultur und auch mit den eigenen biologischen Ansprüchen europäischer Bäume auf die Bonsaikunst auseinander. Sie sind bestrebt, europäische Kultur und japanische Bonsaikunst miteinander in Einklang zu bringen. So gibt es inzwischen einige „europäische Bonsai“, die einen beachtlichen Reifegrad erworben haben. Es ist sehr interessant, den hierzu bestehenden Diskurs zu beobachten und zu begleiten. Fachzeitschriften sind dabei eine wertvolle Unterstützung.


Aber auch ohne intellektuelle Ansprüche kann Bonsai ein Lebensinhalt werden:

Wer dem Bonsai verfällt, kann in der Beschäftigung damit eine Ruhe und Ausgeglichenheit entwickeln, die als Gegengewicht zum Alltagsgeschehen wunderbare Entspannung bietet.